Keratin
ProteineKeratine sind stabile und wasserunlösliche Faser- und Strukturproteine, die unter anderem in der Haut, in Nägeln, Haaren, Wolle, Federn, Schnäbeln und Hufen von Menschen und Tieren vorkommen. Sie bilden Fibrillen und Filamente und zeichnen sich durch schwefelhaltige Aminosäuren wie Cystein aus, welche mit Disulfidbrücken Stabilität vermitteln. Keratine sind unter anderem in Arzneimitteln, Kosmetika und Körperpflegeprodukten enthalten. Sie werden meistens aus tierischen Materialien gewonnen. synonym: Keratinum, Hornstoffe
ProdukteKeratine sind unter anderem in Kapseln für die Haut, die Haare und die Nägel enthalten. Sie werden auch für Kosmetika und Körperpflegeprodukte verwendet, z.B. für Shampoos oder Pflegeöle. In diesen Produkten liegen sie üblicherweise hydrolysiert vor.
Keratin soll nicht mit Kreatin oder Kreatinin verwechselt werden.
Struktur und EigenschaftenKeratine sind stabile und wasserunlösliche Faser- und Strukturproteine, die einen wichtigen Bestandteil der Haut, der Nägel, der Haare, von Wolle, Horn, Federn, Klauen, Krallen, Schuppen, Schnäbeln und Hufen darstellen. Die Proteine werden von Keratozyten gebildet und liegen als Alphahelix oder Beta-Faltblätter vor (α- und β-Keratine), die Wasserstoffbrücken bilden. Sie werden zu Fibrillen und Filamenten zusammengelagert. Keratine kommen bei Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren vor. Sie zeichnen sich durch viele schwefelhaltige Aminosäuren aus. Das Cystein bildet kovalente Disulfidbrücken zwischen den Proteinen aus und trägt zur Stabilität bei (Cystin).
Keratin (Meran), zum Vergrössern anklicken. Foto © PharmaWiki
WirkungenKeratine sind sehr stabil, auch gegen Enzyme und haben eine schlechte Wasserlöslichkeit. Sie können mit starken Säuren sowie mit Basen wie Natriumhydroxid gelöst werden. Sie haben schützende und strukturelle Eigenschaften und vermitteln Stärke.
Anwendungsgebiete- Für die Haut, die Haare und die Nägel.
- Für die Gewinnung von Aminosäuren.
- Für Kosmetika, Hautpflegemittel und Nahrungsergänzungsmittel.
- Als Rohstoff für verschiedene Anwendungsgebiete.
Keratine können aus tierischen Materialien gewonnen werden, zum Beispiel aus Schlachtabfällen.
siehe auchHaut, Haare, Nägel, Proteine, Kollagene
Literatur- Banasaz S., Ferraro V. Keratin from Animal By-Products: Structure, Characterization, Extraction and Application-A Review. Polymers (Basel), 2024, 16(14), 1999 Pubmed

- Chilakamarry C.R. et al. Extraction and application of keratin from natural resources: a review. Biotech, 2021, 11(5), 220 Pubmed

- Fachliteratur
- Feroz S., Muhammad N., Ranayake J., Dias G. Keratin - Based materials for biomedical applications. Bioact Mater, 2020, 5(3), 496-509 Pubmed

- Jacob J.T., Coulombe P.A., Kwan R., Omary M.B. Types I and II Keratin Intermediate Filaments. Cold Spring Harb Perspect Biol, 2018, 10(4), a018275 Pubmed

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
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