Cyclophosphamid



synonym: Cyclophosphamidum anhydricum, Cyclophosphamidum monohydricum, Cyclophosphamid-Monohydrat, Cyclophosphamide
ProdukteCyclophosphamid ist in Form von Dragees und als Trockensubstanz zur intravenösen Infusion im Handel (Endoxan®). Es ist in der Schweiz seit dem Jahr 1960 zugelassen.
Struktur und EigenschaftenCyclophosphamid (C7H15Cl2N2O2P, Mr = 261.1 g/mol) liegt als weisses, kristallines Pulver vor, das in Wasser löslich ist. In Arzneimitteln ist es als Cyclophosphamid-Monohydrat enthalten. Cyclophosphamid gehört zu den Oxazaphosphorinen und ist ein Racemat und ein Stickstofflost-Derivat. Es ist ein Prodrug, das vorwiegend in der Leber zu aktiven Metaboliten verstoffwechselt wird.
Cyclophosphamid (ATC L01AA01 ) hat zytotoxische, antineoplastische und antitumorale Eigenschaften. Die Effekte beruhen auf der Interaktion seiner alkylierenden Metaboliten mit der DNA, was Strangbrüche und Vernetzungen der DNA-Stränge bzw. DNA-Proteinvernetzungen zur Folge hat. Die Halbwertszeit liegt zwischen 6 bis 9 Stunden.
- Akute lymphatische und myeloische Leukämien
- Morbus Hodgkin
- Non Hodgkin-Lymphome
- Plasmozytom
- Metastasierende und nicht metastasierende maligne solide Tumore: Ovarialkarzinom, Seminom, Brustkrebs, kleinzelliges Bronchialkarzinom, Neuroblastom, Ewing-Sarkom
Autoimmunkrankheiten:
- Rheumatoide Arthritis
- Arthropathia psoriatica
- Systemischer Lupus erythematodes
- Sklerodermie
- Systemische Vaskulitiden
- Nephrotisches Syndrom
- Myasthenia gravis
- Autoimmunhämolytische Anämie
- Kälteagglutinationskrankheit
Gemäss der Fachinformation. Die Arzneimittel werden als intravenöse Infusion oder peroral verabreicht.
Kontraindikationen- Überempfindlichkeit
- Schwere Beeinträchtigung der Knochenmarksfunktion insbesondere bei zytostatisch und/oder radiotherapeutisch vorbehandelten Patienten
- Blasenentzündung
- Harnabflussstörungen
- Floride Infektionen
- Schwangerschaft und Stillzeit
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.
InteraktionenCyclophosphamid ist ein Substrat von CYP450-Isoenzymen, darunter CYP2B6 und CYP3A4. Es hat ein hohes Interaktionspotenzial mit zahlreichen Wirkstoffen.
Unerwünschte WirkungenZu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören:
- Übelkeit und Erbrechen
- Myelosuppression, Leukozytopenie, Neutropenie
- Immunsuppression
- Haarausfall
- Blasenentzündung
- Fieber
- Arzneimittel-Fachinformation (CH, USA)
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- Ogino M.H., Tadi P. Cyclophosphamide. 2021, StatPearls Publishing Pubmed
- Teles K.A. et al. Cyclophosphamide administration routine in autoimmune rheumatic diseases: a review. Rev Bras Reumatol Engl Ed, 2017, 57(6), 596-604 Pubmed
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
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