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Hantaviren Indikationen Infektionskrankheiten

Hantaviren sind eine Gruppe von RNA-Viren, die schwere bis tödliche Infektionskrankheiten verursachen können. Es wird zwischen einem Verlauf mit einem hämorrhagischen Fieber mit inneren Blutungen und einer Nierenerkrankung sowie einem pulmonalen Verlauf mit einer Erkrankung der Lunge unterschieden. Die Ansteckung erfolgt meistens über den Speichel, den Urin oder den Kot von Nagetieren wie Ratten und Mäusen. Selten ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und es ist kein Impfstoff erhältlich. Es wird empfohlen, die Nagetiere und ihre Ausscheidungen zu meiden.

synonym: Hantavirus, Hantavirus-Erkrankung, Hantavirus-Infektion

Symptome

Im Folgenden sind mögliche Symptome der Hantavirus-Erkrankung aufgelistet. Die verschiedenen Virustypen unterscheiden sich in ihrer Verbreitung und im Krankheitsbild.

Die Krankheit kann einen tödlichen Ausgang nehmen, wobei die Mortalität vom Virus abhängig ist.

Es wird zwischen den folgenden zwei Verläufen unterschieden:

Die Schweiz ist aktuell kaum betroffen. Eine Ausnahme sind Reiserückkehrer, bei welchen die Erkrankung sehr selten beobachtet wird.

Ursachen

Die Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit Hantaviren. Es handelt sich um behüllte und einsträngige RNA-Viren aus der Familie der Hantaviridae. Die Viren werden von Nagetieren wie Mäusen und Ratten mit ihrem Urin, Speichel und Kot übertragen. Sie können über die Lunge, den Verdauungstrakt und die Haut in den Körper gelangen, also beispielsweise mit Staub und Aerosolen, über kontaminierte Lebensmittel und über Bisse. Die Inkubationszeit beträgt üblicherweise 2 bis 4 Wochen. Bei einem Virus, dem Andes-Virus, ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich, allerdings ist dafür ein enger und längerer Kontakt erforderlich (z.B. Partnerinnen und Partner, Familie).

Die Erkrankung wurde während des Koreakriegs in den 1950er-Jahren beschrieben. Der Name ist vom Fluss Hantan in Südkorea abgeleitet.

Diagnose

Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand der Patientengeschichte, der körperlichen Untersuchung, mit Labormethoden (Erregernachweis) und bildgebenden Verfahren gestellt.

Nicht medikamentöse Behandlung

Für die Vorbeugung wird empfohlen, den Kontakt mit Nagetieren und ihren Ausscheidungen zu vermeiden. Bei Reinigungsarbeiten soll eine Schutzausrüstung getragen werden (Brille, Kleidung, Handschuhe, FFP2/3-Maske). Nagetiere sollen am Eindringen in Häuser mit baulichen Massnahmen gehindert werden und Lebensmittel sollen nicht frei zugänglich sein. Abfall soll sachgemäss entsorgt werden.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat in der Schweiz den Verkauf von Mäuse- und Rattengift mit Antikoagulantien (Vitamin-K-Antagonisten) an Privatpersonen per 1. April 2027 verboten. Der Grund liegt in der Vergiftungsgefahr, welche Kindern, Haustieren, Nutztieren und Wildtieren droht.

Es ist kein Impfstoff für die Vorbeugung der Infektion zugelassen.

Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung erfolgt symptomatisch, zum Beispiel mit intravenöser Flüssigkeit, Sauerstoff, einer Intubation, einer Dialyse und Schmerzmitteln. Spezifische antivirale Arzneimittel stehen nicht zur Verfügung.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Der Autor dieses Artikels ist Dr. Alexander Vögtli. Dieser Artikel wurde zuletzt am 7.5.2026 geändert.
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