Vision Team Werben SPENDEN Newsletter Facebook

Colestyramin Arzneimittelgruppen Lipidsenker Ionenaustauscherharze

Colestyramin ist ein lipid- und cholesterinsenkender Wirkstoff aus der Gruppe der Ionenaustauscherharze, der für die Behandlung einer Hypercholesterinämie, bei einem Juckreiz aufgrund einer partiellen Obstruktion der Gallenwege, bei Durchfall infolge eines Überschusses an Gallensalzen und bei Vergiftungen mit Phenprocoumon eingesetzt wird. Das Arzneimittel wird peroral mit einer Mahlzeit verabreicht und das Pulver muss mit Wasser oder einem halbflüssigen Nahrungsmittel verrührt werden. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten gastrointestinale Störungen. Colestyramin hat ein hohes Potenzial für Wechselwirkungen, weil es viele Wirkstoffe binden und der Ausscheidung zuführen kann.

synonym: Colestyraminum PhEur, Cholestyramin, Cholestyramine

Produkte

Colestyramin ist als Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen im Handel (Quantalan®). Es ist in der Schweiz seit dem Jahr 1990 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Colestyramin ist ein stark basisches Anionenaustauscherharz in der Chloridform, das aus einem Styrol-Divinylbenzol-Copolymer mit quartären Ammoniumgruppen besteht. Es liegt als weisses, feines, hygroskopisches Pulver vor, das in Wasser unlöslich ist und eine Suspension bildet.

Wirkungen

Colestyramin (ATC C10AC01 ) hat lipidsenkende und cholesterinsenkende Eigenschaften. Es bindet Gallensäuren durch den Austausch von Chloridionen an sich und führt sie der Ausscheidung über den Stuhl zu. Dadurch wird der enterohepatische Kreislauf unterbrochen und mehr Cholesterol wird zu Gallensäuren metabolisiert. Denn Cholesterol ist ein Substrat für die Biosynthese der Gallensäuren. Die Gallensäuren verbleiben im Magen-Darm-Trakt und werden nicht in den Blutkreislauf aufgenommen.

IndikationenDosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird peroral mit einer Mahlzeit verabreicht. Vor der Einnahme muss das Pulver mit einer Flüssigkeit oder einer halbflüssigen Speise verrührt werden.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Colestyramin kann viele andere Wirkstoffe binden und so ihre Absorption und Bioverfügbarkeit reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel die Schilddrüsenhormone, Antibiotika, Digoxin und Diuretika. Andere Medikamente sollen mindestens eine Stunde vor oder frühestens 4 bis 6 Stunden nach Colestyramin verabreicht werden.

Colestyramin ist chemisch stabil und wird nicht metabolisiert.

Colestyramin kann den enterohepatischen Kreislauf von Wirkstoffen unterbrechen, zum Beispiel der Östrogene oder der Herzglykoside. Dies auch bei einem ausreichenden zeitlichen Abstand der Einnahme.

Die Aufnahme der Vitamine A, D und K kann ebenfalls gehemmt werden. Eine Substitution ist bei einer längerfristigen Therapie empfehlenswert.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten gastrointestinale Störungen wie beispielsweise eine Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und Magenbrennen.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

Unterstützen Sie das PharmaWiki mit einer Spende!

© PharmaWiki 2007-2023 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 28.4.2022 geändert.
Impressum und Datenschutzerklärung
Produkte zu dieser Seite anzeigen