Gehirnerschütterung

synonym: Hirnerschütterung, Konkussion, Concussion, Mild traumatic brain injury, mTBI
SymptomeZu den möglichen Beschwerden im Zusammenhang mit einer Gehirnerschütterung gehören:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Konzentrationsprobleme, Brain Fog
- Kurze Bewusstlosigkeit, Benommenheit
- Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen
- Erinnerungsstörungen, kurz anhaltende Amnesie
- Verwirrtheit, Desorientiertheit
- Empfindlichkeit gegen Reize (Licht, Geräusche)
- Sehstörungen
- Sprechstörungen
- Ohrgeräusche
- Müdigkeit, Schwäche
- Reizbarkeit, Schlafstörungen
- Psychische (emotionale) Störungen, z.B. eine depressive Verstimmung
Die Beschwerden können sofort oder mit einer Verzögerung von Stunden bis Tagen auftreten.
Eine Gehirnerschütterung kann als Komplikation zu chronischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsstörungen führen (post-concussion syndrome, PCS). Posttraumatische Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden.
UrsachenDie Ursache der Gehirnerschütterung ist in der Regel ein Schlag auf den Kopf, zum Beispiel aufgrund eines Sturzes, eines Zusammenpralls, eines Unfalls, eines Verkehrsunfalls, einer Gewaltanwendung, eines Missbrauchs oder einer Sportverletzung.
DiagnoseDie Diagnose soll in ärztlicher Behandlung anhand der Patientengeschichte und der körperlichen und neurologischen Untersuchung erfolgen. Bildgebende Verfahren kommen beim Verdacht auf Schwellungen und Blutungen zum Einsatz.
Dies ist wichtig, weil andere Erkrankungen wie beispielsweise ein Schlaganfall, Hitzeerkrankungen, eine Migräne, eine Hypoglykämie und eine Dehydratation ähnliche Beschwerden verursachen können. Des Weiteren kann ein Schlag auf den Kopf auch eine lebensbedrohliche Blutung im Gehirn auslösen.
Nicht medikamentöse BehandlungNach einer Gehirnerschütterung soll dem Körper und dem Geist ausreichend Ruhe in einer reizarmen Umgebung gegeben werden. Initial soll kein Sport getrieben werden und es soll auf Aktivitäten verzichtet werden, die eine hohe Konzentration erfordern. Neuere Studien zeigen, dass die Ruhe jedoch nur wenige Tage anhalten sollte. Wenn die Symptome nachlassen, können die normalen Aktivitäten langsam wieder aufgenommen werden.
Die Beschwerden sollen überwacht werden. Falls neue Symptome auftauchen oder sich die Störungen verschlimmern, soll Kontakt mit dem Arzt oder der Ärztin aufgenommen werden. In schweren Fällen ist eine Einweisung in das Krankenhaus erforderlich.
Medikamentöse BehandlungFür die Behandlung der Kopfschmerzen können Schmerzmittel eingenommen werden, welche das Blutungsrisiko nicht erhöhen, zum Beispiel Paracetamol. Magnesium kann die Behandlung unterstützen. Bei längerfristigen Beschwerden stehen weitere Medikamente zur Verfügung, die auch vorbeugend verabreicht werden.
Die Folgebeschwerden werden symptomatisch behandelt (siehe unter Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen und Psychopharmaka).
Vorbeugung- Beim Sport, auf dem Fahrrad und dem Motorrad einen Helm tragen.
- Säuglinge, Kinder, Sportlerinnen und Sportler und ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko und sollen geschützt werden.
- Arzneimittel-Fachinformation (CH)
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